Erinnert sich hierzulange noch jemand an Romário de Souza Faria? Fußballfans ist der brasilianische Stürmer selbstverständlich ein Begriff, er wurde 1994 mit Brasilien Weltmeister und in den Niederlanden und Spanien mehrfach Meister mit verschiedenen Vereinen. In letzter Zeit macht er International aber durch seine krampfhafte Anstrengung auf sich aufmerksam, die Grenze von 1000 Toren während seiner jahrzentelangen Karriere zu durchbrechen. Um dieses Ziel zu erreichen hat er eine ganz eigene, von der FIFA nicht akzeptierte, Zählweise entwickelt. Er zählt neben Toren in offiziellen Spielen auch Tore in Jugenspielen und bei Benefizspielen zu seiner Liste. Ob dieser etwas bizarre Ehrgeiz auch etwas mit seinem aktuellen Dopingbefund zu tun hat, der Mann ist 41 und immer noch als Profi aktiv, oder nur mit seiner Eitelkeit lässt sich nicht so einfach beantworten. Jedenfalls hat er über Monate ein Haarwuchsmittel verwendet, das eine Substanz enhält, die seit 2005 auf der Dopingliste steht.
Ist soviel sture Eitelkeit eigentlich noch ärgerlich oder schon bemitleidenswert lächerlich? Ein Fußballprofi, der eine so erfolgreiche Karriere hinter sich hat, macht sich zur peinlichen Witzfigur, in dem er wahrscheinlich sogar jeden Schuss gegen einen Lattezaun in Kindertagen als Tor zählt, nur um irgendwann das angeblich 1000. Tor seiner Karriere zu erreichen. Es verwundert kaum noch, dass er bei diesem Tor auch noch verkündet hat „Es war Gott, der wollte, dass heute das Tor fällt.“ Bei Sportlern, die Gott exklusiv auf ihrer Seite wähnen, muss ich ja immer an den auch überaus nervtötenden Michael Chang denken. Seis drum, einen würdevollen Abschluss seiner Profikarriere hat Romarion auf alle Fälle für immer verpasst, selbst wenn er nach Ablauf einer möglichen Dopingsperre noch das 2000. oder 5000. Tor seiner Karriere erreicht.
Dezember 7, 2007 at 2:09
also abgehalfterte sportlerInnen, die sich vor, während oder nach ihrer karriere lächerlich machen … hmmmm … da fallen mir ganz viele ein
insofern wird herr de souza faria sicherlich noch sehr viel mehr rekorde einfahren, da können wir uns sicher sein. der schönste mann vielleicht, der in seinem ganzen leben mehr als 20.000 tore geschossen hat. oder sowas.
michael chang hatte ich schon KOMPLETT vergessen. dabei interessiert mich tennis grundsätzlich schon. man müsste sich listen machen, damit niemand in vergessenheit gerät
Dezember 8, 2007 at 2:29
so eine Art SiS – Spinner-im-Sport-Hitliste wäre sicher eine amüsante Angelegenheit
Dezember 8, 2007 at 3:14
spinner im sport! *lol* – ich werde gleichmal eine liste beginnen
Dezember 10, 2007 at 8:03
paul gascoine hätte ich anzubieten. herrn mcenroe natürlich. und dieser tormann, der während der spiele auch mal auf der querlatte saß oder mäuse fing – wie hieß der noch?
wobei ich feststelle, dass man sich entscheiden muss: spinner „mit schmunzeln gemeint“ oder spinner „totaler schwachsinn“. ist oft gar nicht so einfach
Dezember 10, 2007 at 4:08
Ich finde wir sollten uns auf die bizarren Spinner beschränken, das sind schon eine ganze Menge. Neben dem dauernd besoffenen Gazza, und dem leicht übermotivierten John McEnroe würde mir noch Johann Mühlegg einfallen, der Skilangläufer, der nur Wasser trinkt, dass seine Seherin geweiht hat.
Dezember 11, 2007 at 11:44
das mit herrn mühlegg ist ganz grosses kino. wie überhaupt die einzelsportlerInnen viel mehr hergeben als teamsportarten. obwohl´s dort auch viele spinner gibt