Erinnert sich hierzulange noch jemand an Romário de Souza Faria? Fußballfans ist der brasilianische Stürmer selbstverständlich ein Begriff, er wurde 1994 mit Brasilien Weltmeister und in den Niederlanden und Spanien mehrfach Meister mit verschiedenen Vereinen. In letzter Zeit macht er International aber durch seine krampfhafte Anstrengung auf sich aufmerksam, die Grenze von 1000 Toren während seiner jahrzentelangen Karriere zu durchbrechen. Um dieses Ziel zu erreichen hat er eine ganz eigene, von der FIFA nicht akzeptierte, Zählweise entwickelt. Er zählt neben Toren in offiziellen Spielen auch Tore in Jugenspielen und bei Benefizspielen zu seiner Liste. Ob dieser etwas bizarre Ehrgeiz auch etwas mit seinem aktuellen Dopingbefund zu tun hat, der Mann ist 41 und  immer noch als Profi aktiv, oder nur mit seiner Eitelkeit lässt sich nicht so einfach beantworten. Jedenfalls hat er über Monate ein Haarwuchsmittel verwendet, das eine Substanz enhält, die seit 2005 auf der Dopingliste steht.

Ist soviel sture Eitelkeit eigentlich noch ärgerlich oder schon bemitleidenswert lächerlich? Ein Fußballprofi, der eine so erfolgreiche Karriere hinter sich hat, macht sich zur peinlichen Witzfigur, in dem er wahrscheinlich sogar jeden Schuss gegen einen Lattezaun in Kindertagen als Tor zählt, nur um irgendwann das angeblich 1000. Tor seiner Karriere zu erreichen. Es verwundert kaum noch, dass er bei diesem Tor auch noch verkündet hat „Es war Gott, der wollte, dass heute das Tor fällt.“ Bei Sportlern, die Gott exklusiv auf ihrer Seite wähnen, muss ich ja immer an den auch überaus nervtötenden Michael Chang denken. Seis drum, einen würdevollen Abschluss seiner Profikarriere hat Romarion auf alle Fälle für immer verpasst, selbst wenn er nach Ablauf einer möglichen Dopingsperre noch das 2000. oder 5000. Tor seiner Karriere erreicht.

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