Der Einsatz von Steuergeldern ist naturgemäß immer kontroversen Diskussionen ausgesetzt. Die verschiedenen Einschätzungen über die Notwendigkeit und Priorität einzelnen Ausgaben sind dabei vom persönliche Standpunkt abhängig. Beliebt bei solchen Diskussionen, von der politischen Ebene über Kommentare in den Medien bis zur Theke der nächsten Eckkneipe, sind Vergleiche nach dem Muster „Wie kann man für diese Sache Geld ausgeben, wenn für jene Sache angeblich das Geld fehlt“. Einen derartigen Vergleich möchte ich mir nach der Lektüre eines Artikels auf Spiegel-Online auch mal gönnen.

Die Verleihung des Bambi, eine Veranstaltung von für meinen Geschmack nahezu gesundheitsgefährdender Langweiligkeit, fand 2005 in München statt. Der Bayerische Rechnungshof hat jetzt in seinem Jahresbericht 2007 festgestellt, dass die Staatsregierung diese Veranstaltung mit immerhin 200.000 Euro unterstützt hat. Die Verleihung 2006 in Stuttgart wurde von Landesregierung Baden-Württembergs ebenfalls mit Steuergeldern unterstützt.

Die Verleihung des Bambi ist in meinen Augen eine Veranstaltung, deren einzig erkennbarer Zweck darin besteht, dass die immer gleichen Prominenten sich über die Jahre reihum gegenseitig beweihräuchern und ihres Prominentstatus versichern. Das Hauptauswahlkriterium der Preisträger reduziert sich dabei ebenfalls auf den aktuellen Prominentenstatus der Ausgezeichneten. Einzig die seltsamen Spezialpreise lassen einen Rest Kreativität durchscheinen (2007 „Respekt-Bambi“ an Johannes Heesters, „Courage-Bambi“ an Tom Cruise). Warum allerdings ein Bundesland, dass von den Eltern seiner Schulkinder ein Büchergeld eintreibt, glaubt diese Veranstaltung unterstützen zu müssen bleibt mir ein Rätsel.

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