Es gibt ja die umöglichsten Dinge, die sich mit dem Attribut Designer-Irgendwas schmücken. Designersofas, Designerlampen, Designersocken und Designerkatzenklos. In den meisten Fällen steht dieses Attribut ohne Nennung des verantwortlichen oder schuldigen Designers nicht für ein besonders Aussehen oder eine atemberaubende Gestaltung. Meist reichen zur Einstufung als Designer-Irgendwas abgerundete Ecken, das gnädige Weglassen von pastellfarbenen Aufklebern -dann wäre es ein poppiges Irgendwas und kein Designer-Irgendwas- und ein verzweifelten Hersteller aus.

Seit etwa zwei Wochen stehen in Aalen zwei Exemplare einer neuen Gattung des Designer-Irgendwas, zwei Designer-Geschwindigkeitsmessanlagen. Für rund 128.000 € wurden zwei zusätzliche „Blitzer“, in diesem Fall „Designer-Blitzer“ aufgestellt. Im Vergleich zu den grauen Blechkisten, die überall im Stadtgebiet von Aalen zu besichtigen sind, ein deutlicher ästethischer Fortschritt. Das Gerücht, es handele sich hier um „Designer-Wegelagerei“ und es würden auch höhere Bussgelder, sozusagen „Designer-Bussgelder“, für das Fahren mit überhöhter Geschwindigkeiten verlangt, hat sich bisher nicht bestätigt. Die Bussgelder richten sich vermutlich immer noch nach der Geschwindigkeitsübertretung und nicht nach dem Aussehen der Messgeräte. Im, Übrigen kann man die „Blitzer“ in Aalen zwar kaum umfahren, es sind einfach viel zu viele, aber als einfache Patentlösung zur Vermeidung von Bussgeldern bietet sich an, die Geschwindigkeitsbegrenzungen einzuhalten, dann macht auch der schickste „Designer-Blitzer“ kein Foto.