Schadenfreude ist eine zwar manchmal verständliche, aber hauptsächlich kurzsichtige Gefühlsregung. Dies gilt auch gegenüber einem Bürgermeister, der sich über Jahrzente für Aalen engagiert eingesetzt hat. Das Angebot des ersten Bürgermeisters Dr. Eberhard Schwerdtner, ehrenamtlich einige Monate weiter zu arbeiten, bis seine Stelle neu besetzt werden kann in einer Abstimmung im Gemeinderat abzulehnen ist ein unschönes Ende einer beruflichen Laufbahn.
Allerdings diesen Vorgang und das Abstimmungsverhalten der CDU-Fraktion einfach als kleinkariert abzuqualifizieren, wie es Herr Binkowski als Redakteur der Schwäbischen Post (Ausgabe 24.11.07) getan hat, verstellt den Blick auf die andere Seite der Medaille. Das Verhalten von Herrn Dr. Schwerdtner in der vergangenen Jahren lediglich als „impulsiv, manchmal aufbrausend und streitbar“ zu beschreiben ist doch etwas verharmlosend. Allein schon das Verhalten des Bürgermeisters um die Verlängerung des Weihnachtsmarktes als beispielhaften Vorgang liesse sich doch eher als kompromisslose und hitzige Herablassung charakterisieren. Einen Bürgermeister, dem es auch bei diesem beispielhaften Vorgang scheinbar wichtiger war, sich aus Prinzip vollständig durchzusetzen als eine sachliche Auseinandersetzung zu führen, kann man wohl kaum nur als streitbar bezeichnen.
Dr. Schwerdtner hat einen derartigen Abschluss seiner beruflichen Laufbahn nach Jahrzenten des Einsatzes für die Stadt Aalen sicher nicht verdient. Zur Beantwortung der Frage, wie es dazu kommen konnte, kann aber die Art und Weise, wie der Bürgermeister in diesen Jahrzehnten seine Mitbürger oft behandelt hat auch einiges beitragen. Vielleicht hätte er am Ende auch einmal auf die Signale der Ablehnung hören sollen, dies es angeblich gab, anstatt noch ein letztes Mal eine Entscheidung nach Wunsch erzwingen zu wollen.
November 30, 2007 at 9:47
Mhmm … ich kenne den ja nicht. Aber wie lange war der im Amt? Und was hat er denn da bei der Geschichte mit dem Weihnachtsmarkt gemacht?
Für meine Begriffe (und Kenntnis der Details) ist es ziemlich albern, seinen Wunsch abzulehnen, weiter zu regieren bis ein Nachfolger gefunden ist. Erst recht wenn er schon ewig im Amt ist, tut das den Kohl auch nicht mehr fett machen (keine politische Anspielung!) …
Dezember 3, 2007 at 4:49
Der gute Mann war als Bürgermeister der erste Stellvertreter des Oberbürgermeisters. Wir sind hier also nicht ohne Stadtoberhaupt und die Verwaltung auch nicht ohne Führung (obwohl die Meinungen über die Führungsfähigkeiten des Oberbürgemeisters auch geteilt sind). Da war ich wohl etwas unpräzise in der Formulierung.
Selbstverständlich wäre es vernünftiger gewesen, ihn weiter arbeiten zu lassen. Allerdings wäre neben der guten Idee auch eine Mehrheit in einer geheimen Abstimmung im Gemeinderat notwendig gewesen. Dazu wäre es sicher hilfreich gewesen, wenn der Herr Bürgermeister in den letzten Jahren, speziell den letzten Monaten seine Argumente nicht öfters mit der ihm eigenen „diplomatischen“ Art vorgebracht hätte, die angeblich auch in größerer Entfernung zum Rathaus teilweise noch hörbar war.