Schadenfreude ist eine zwar manchmal verständliche, aber hauptsächlich kurzsichtige Gefühlsregung. Dies gilt auch gegenüber einem Bürgermeister, der sich über Jahrzente für Aalen engagiert eingesetzt hat. Das Angebot des ersten Bürgermeisters Dr. Eberhard Schwerdtner, ehrenamtlich einige Monate weiter zu arbeiten, bis seine Stelle neu besetzt werden kann in einer Abstimmung im Gemeinderat abzulehnen ist ein unschönes Ende einer beruflichen Laufbahn.

Allerdings diesen Vorgang und das Abstimmungsverhalten der CDU-Fraktion einfach als kleinkariert abzuqualifizieren, wie es Herr Binkowski als Redakteur der Schwäbischen Post (Ausgabe 24.11.07) getan hat, verstellt den Blick auf die andere Seite der Medaille. Das Verhalten von Herrn Dr. Schwerdtner in der vergangenen Jahren lediglich als „impulsiv, manchmal aufbrausend und streitbar“ zu beschreiben ist doch etwas verharmlosend. Allein schon das Verhalten des Bürgermeisters um die Verlängerung des Weihnachtsmarktes als beispielhaften Vorgang liesse sich doch eher als kompromisslose und hitzige Herablassung charakterisieren. Einen Bürgermeister, dem es auch bei diesem beispielhaften Vorgang scheinbar wichtiger war, sich aus Prinzip vollständig durchzusetzen als eine sachliche Auseinandersetzung zu führen, kann man wohl kaum nur als streitbar bezeichnen.

Dr. Schwerdtner hat einen derartigen Abschluss seiner beruflichen Laufbahn nach Jahrzenten des Einsatzes für die Stadt Aalen sicher nicht verdient. Zur Beantwortung der Frage, wie es dazu kommen konnte, kann aber die Art und Weise, wie der Bürgermeister in diesen Jahrzehnten seine Mitbürger oft behandelt hat auch einiges beitragen. Vielleicht hätte er am Ende auch einmal auf die Signale der Ablehnung hören sollen, dies es angeblich gab, anstatt noch ein letztes Mal eine Entscheidung nach Wunsch erzwingen zu wollen.